Munkels Blog

frisch Gemopstes.

Input # 12: Pilze sammeln

April 20th, 2010

Während der Auswertung und gleichzeitig dem letzten Interview, abgehalten mit phwh , das Freudenfeuer der Verehrung, ich und ihr, sind ein wir, und wir sind echte Glückspilze! Ein Gastbeitrag, und das an einem heiligen Dienstag!

MUNKELPILZ, ein Drama in viel zu vielen Akten

Das hat man von der „dauernd im Skype online sein“-Marotte. Plötzlich kommt so ein Munkelchen digital um die Ecke geschossen, die, nach einer gezielt ausgeführten Verwirrtaktik (inklusive Butterbrot, was jetz aber keiner verstehen muss) von mir wissen will, was ich denn so von Pilzen halte. Ausgerechnet Pilze. Mit diesen schleimig, schaumigen Freuden mit Hut verbindet mich eine alteingesessene Kindheitshassliebe. Die bringen mich jedesmal dermassen durcheinander, dass mir natürlich nichts andres einfällt, als mich freiwillig für ein Gastspiel zu melden.
Dreissig Minuten Zeit gibt sie mir, das entspricht der empfohlenen Ration Voreinweichen von getrockneten Steinpilzen aus der Migros, bevor sie zum Beispiel mit geschnetzelten Rindern und Creme Fraiche in einer tiefen Bratpfanne verpampt werden können. Die sind aber grad überhaupt nicht Saison. Dafür aber die Morcheln. Statt zu lesen, könntet ihr euch aufs Sammeln konzentrieren. In Frankreich spriessen die nach den Regenschauern der letzten Woche wie die Wahnsinnigen. Und geschnetzeltes jagen könnt ihr da auch. In der Petite Camarque laufen Schottische Hochlandrinder frei rum.
Aber wenn ihr nicht aufpasst, werdet ihr selber zu den Gejagten! Nicht wegen etwaigem Widerstand der zotteligen Viecher, sondern wegen Revierängsten verbissener Pilzelzesammler. Die sind schlimmer als Hunde, die an einen Baum pissen, wahrscheinlich hätten sie dieses Verhalten auch, wenn nicht das feine Netz der Wurzeln dieser Pilze, das je nach Art mehrere Quadratmeter gross werden kann, eben jene, nennen wir sie mal Nährstoffe in den überirdischen Teil transportieren würde.
Ich kenne diese Homo Mushroomici, meine Eltern gehören zu ihnen und meinen Bruder haben sie auch angesteckt. Während vernünftige Menschen Sonntags mit Kater vor dem Fernseher oder ganz, ganz möglicherweise im Park hängen, gingen sie Mario’s Wachstumsmittel suchen. Natürlich mit mir im Schlepptau, denn ich war ja zu klein um alleine daheim zu bleiben. Stattdessen hiess es Autofahren, irgendwo in die Pampa raus, ich weiss bis jetzt nicht wohin genau und dann mindestens zwei Stunden mit leicht gesenktem Kopf den entweder den Wegrand entlang (Morcheln) oder im Wald rum (Totentrompeten und R√∂hrlinge) laufen. Das gibt die gleiche Nackenstarre, wie zu lange in den Bildschirm starren. Drum kann ich das jetzt wahrscheinlich so gut.
Schlussendlich hatte dann jeder ausser mir einen Korb voll köstlich, brauner Dinger, die ich damals aber gar nicht leiden konnte. Die einzigen Pilze mit Qualit√§t waren damals die Bovisten, da konnte man drauf treten und dann gab es weissen Staub in der Luft. Und manchmal konnte man sogar einen morschen Baum umwerfen. Das war dann das absolute Highlight. Voll geil interaktive Action und so!
 Nach der Pubertät kam dann das ganze Spektrum an Pilzen, auch voll geil interaktive Action und so! Nun ja, wenigstens mag ich sie jetzt auch…
Über Pilze liesse sich ewigs schreiben, ich hab sogar schon mal welche gezüchtet, aber irgendwann fand dann mein Mitbewohner, dass langsam genug sei und ich doch bitte mal die Pfanne waschen soll. Die Zeit vergeht halt manchmal schneller als man denkt und Dinge setzen Pilze an. Dieser Text auch. Das Teil muss fertig werden, sonst kommt Frau M.Kelchen und haut mir Knollenblätter und Pantherpilze um die Ohren. Aber da fällt mit ein: Mein Bruder geht mittlerweile allein auf Pilzsuche und verkauft dann ein Teil der Ausbeute an meinen Vater. Genau so geht das mit dem Lebenskreislauf und so. Gute Nacht.

4 Responses to “Input # 12: Pilze sammeln”

  1. munkelchen sagt:

    …Okeeey, das setzt den Massssstab wieder mal ins Unerreichbare, ins Übermessliche, in den Übermeter.

    Danke, sehr viele Male, so spontan!

    Und die Geheimverstecke, die bekomme ich schon noch aus dir raus! Dann geh ich selber Pilze sammeln, mit meinen anderen Befragten, die jetzt und hier zu kurz gekommen sind. Da lassen wir uns mit einem Schopftintling (der einzige, essbare Pilz, den ich jeh gefunden habe)im Mundwinkel von echten Pilzlern im Eindringlingskriegsgebiet erschiessen.

  2. phwh sagt:

    hui, ja vielen dank fürs spontane überlassen des territoriums. ich hab garantiert auch nirgendwo hingepinkelt, nur ein paar schreibfehler reingeschmuggelt.
    mittlerweile würde ich selber gern die geheimen orte wissen, aber die geschichte schicht, eh stimmt, ich hab keine ahnung mehr wo das war. aber ich könnt natürlich daheim fragen höhö…

  3. munkelchen sagt:

    …neiiiin, bloss nicht, so ist es viiel spannender! Wir könnte die geheimen Plätze auch suchen gehen, oder so…?

  4. phwh sagt:

    hejo! das ist sogar viel gesünder, spannender und richtig entdeckerfreundlich innovativ und so.

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