Munkels Blog

frisch Gemopstes.

Tequilla

Februar 24th, 2010

„Zwoi Shot Tequilla, ei rächte Cuba Libre, Wodka Tonic, drüü vo disne Abschdürz und zwoi Bier, aber machsch chli fürschi, ja!“

Sie ist reichlich arrogant, grauenvoll überschminkt, zickig, will eigentlich nur, dass das lästige Warten auf die Drinks bald vorbei ist, keineswegs daran interessiert, wer sie da bedient. DankeBitteTrinkgeld-wasistdas? Eine plöde Tusse par exellence!

20 Minuten später steht sie wieder vor mir und bestellt ne ähnliche Runde.

Nach der dritten Runde wird sie nachlässig im genauen überprüfen des Rückgeldes und wirft mir den Rest wieder auf den Tresen.

Bei der Übernächsten kenne ich ihren Namen und sonst einige Details ihres Lebens, von denen ich nicht genau weiss, ob ich sie wirklich wissen wollte.
Auf einmal nennt sie mich „mini süessi Chliini“ oder „Hübschi“ (wie allergisch ich auf diese Bezeichnung bin!) und bestellt hauptsächlich noch „Schöttli“. Bei ihrer (ausschliesslich männlichen) Begleitung macht sie Werbung für mich und meine einmaligen Dienste. Sie verfällt in dankbare Euphorie, als ich sie darauf hinweise, dass ihr Make-up sich stetig der Schwerkraft ergibt und sich in seiner Gesamtheit millimeterweise nach unten bewegt.
Für eine Weile ist sie meine beste Freundin, sie macht mir kleine Liebeserklärungen, zwinkert, schickt mir Küsschen zu und bestellt ein „Schöttli“ nach dem Anderen.

Gegen vier Uhr Morgens- Sie und ihr Anhang hängen aus unerfindlichen Gründen immer noch bei mir vor der Bar rum- ist auf einmal etwas nicht mehr so, wie sie es sich vorgestellt hatte. „Was, du häsch na Tequilla? Jetzd häsch doch xeit, du häbsch kääne meh?! Dammi nomohl, was redsch de du füre Seich? Jetzt gimmer nomoll zwoi Tequilla, dammi aber fürschi“ – sie ist wieder ganz die Alte, nur noch zickiger, um ein paar bunte Geldnoten und auch ein paar intime Geheimnisse ärmer.

One Response to “Tequilla”

  1. s. sagt:

    plöde tussnelda!

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